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7 falsche Behauptungen, die uns Werbetexter in den Wahnsinn treiben


„Könnten Sie eventuell schneller tippen oder Sprachsteuerung benutzen, um die About Page Texte früher zu liefern? Für uns ist das nämlich auch alles eine Geldfrage.“




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Es gibt mit Sicherheit auch Werbetexter, die ihren Auftrag lieblos und ohne Strategie herunter schreiben. Ohne Pause versteht sich. Blitzschnell.


Genau wie diese Tatsache, schockiert es mich immer wieder, wie viele Unternehmen doch eine so falsche Vorstellung davon haben, was wir (im Namen aller Werbetexter*innen) tun und wie wir arbeiten.


Dieser Blogbeitrag ist dazu berufen, das zu tun was schon längst überfällig war:

Folgende falsche Vorstellungen richtigzustellen.


Los geht‘s. Ganz schnell.




1. Werbetexter haben kein Gewissen


Sind wir mal ehrlich:


  • Wenn du nicht schon mal einen winzigen Gedanken an ein nach Zitrone duftendes Klebeband verschwendest hast, würde dich dann eine tolle Werbung jucken?

  • Wenn du keinen Sinn in einem Einhornkostüm für deine Katze siehst, meinst du dann wirklich, eine Anzeige könnte dich dazu bewegen, es zu kaufen?


Natürlich gibt es Werbetexter, die unfair spielen und damit durchkommen.


Die, die dir jeden noch so erdenklichen Müll andrehen wollen.

Die, die dir weismachen wollen, deine Katze wäre die glücklichste auf Erden, wenn sie das Einhornkostüm über sich ergehen lässt.


Aber diesen Schlag Mensch gibt es auch in deiner Branche, oder?


Ich behaupte, dass es sich nur um einen verschwindend geringen Anteil an Werbetextern handelt, die sich für nichts zu schade sind und ihr Talent sowie ihre Zeit an sch*** Produkte verkaufen.


Der andere Teil, der mächtigere, der gute will Unternehmen dabei helfen, wirklich tolle Produkte zu verkaufen, die wirkliche Probleme lösen.


Glaube mir, auch wir wollen einen Sinn in unserer Arbeit sehen.




2. Werbetexter tippen halt


Wenn das Schreiben von Werbetexten nichts anderes als das Eintippen von Wörtern in ein Dokument ist, dann würde es jeder tun – und das wahrscheinlich sehr erfolgreich.


Aber so ist es nicht.


Der größte Teil der Zeit für Werbetexte geht nicht fürs Tippen, sondern für die Recherche drauf.

Das heißt, es müssen


  • Markenstimme,

  • Zielgruppe inklusive Ängste und Wünsche,

  • Kontext und Ergebnisse

  • und alle Einzelheiten des Produktes

identifiziert werden.


Nur so ist es möglich, Texte zu schreiben, die überzeugen und etwas bewirken.


Und erst dann fangen wir an so richtig zu schreiben. Und mit richtig schreiben meine ich viele Entwürfe und viele Überarbeitungsrunden, bis die finale Version mit gutem Gewissen aus der Hand gegeben wird.




3. Werbetexte werden nach Wortzahl abgerechnet


Lass uns dafür mal mit zwei Fragen einsteigen:


Was fällt dir schwerer?


  1. Dich in einem Satz zu beschreiben und dabei alle essentiellen Fakten abzudecken oder drei Minuten lang über dich zu reden?

  2. Deine Meinung in einem Tweet auf den Punkt zu bringen oder dich in einer Mail zu erklären?


Je kürzer der Text, umso schwieriger seine Formulierung und desto länger dauert das Planen und Schreiben.



“If I had more time, I would have written a shorter letter.” - Blaise Pascal



Es sind eben auch die kurzen Texte wie z.B. Schlagzeilen, Werbeanzeigen, Opt-Ins und der Call-to-action, die den größten Einfluss auf die Conversion haben und sich im Endeffekt bezahlt machen.


Und genau deshalb ist es ein Irrglaube, Werbetexte, mit denen das größte Resultat erzielt wird, nach Anzahl der Wörter bezahlen zu können.




4. Werbetexten ist wie Texten mit Werbe-Blabla


„Ob Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien“ bekannte Andy Möller einst fälschlicherweise.


Und genau wie es mit Spanien und Italien der Fall ist, gibt es auch einen großen Unterschied zwischen Copywriting und anderen Formen des Schreibens, wie Journalismus, Bloggen und kreativem Schreiben.


Content Writing ist immens wichtig, um eine Beziehung zu seinen potentiellen Kunden aufzubauen, einen Mehrwert zu schaffen, sich einen Expertenstatus aufzubauen und Gespräche zu beginnen.


Copywriting bezweckt beispielsweise mit Anzeigen, Webtexten, Webinar-Skripten und E-Mails eine hohe Konversion – der Klick, der Besucher zu Kunden macht.



Dass beide Formen des Schreibens jeweils andere textliche Elemente und Strategien benutzen, muss aber nicht heißen, dass sich nicht beides wunderbar ergänzen kann.




5. Texte zu überarbeiten ist weitaus einfacher als sie zu schreiben


"Kannst du mal SCHNELL über meinen Text schauen, ob sich alles auch gut so anhört?“


Lass es mich mal so formulieren:


Benötigt dein Text eine umfangreiche Bearbeitung und du bittest mich, ihn mal eben aufzuhübschen, ist das beispielhaft mit folgender Situation zu vergleichen:


Du hast deine Haare blondiert, wolltest dann doch wieder dunkel sein und warst der Meinung, die Haarschäden des Färbeunfalls könnte man doch einfach mit der Küchenschere beseitigen. Anschließend gehst du zum Friseur und fragst, ob er dir schnell eine schöne Frisur verpassen kann. Du hast nämlich heute Abend ein Date.


Kein Friseur würde dich gern in diesem Zustand zum Date lassen.

Aber jeder Friseur würde einen unberührten Schopf vorziehen, um sein Talent wirken zu lassen.



Und das gilt auch für Werbetexter.

War vorher kein Kollege am Werk, bleibt es nicht bei einer schlichten Optimierung.


Die Korrektur wird einiges an Zeit in Anspruch nehmen, um den Text zu überprüfen, zu verstehen, zu verarbeiten und umzustrukturieren.


Und das scheint mir nicht einfacher zu sein, als von Grund auf neu zu beginnen.



6. Werbetexte könnte man auch problemlos automatisieren


Man nimmt also zwei Hände voll Buzzwörter, vermengt sie mit einer Prise altbewährter Sätze, klatscht sie auf eine Vorlage von 1990 und dann wird das schon?


Ääähhh nein.


Es könnte nicht ganz leicht werden, eine einprägsame Marke mit automatisierten Texten aufzubauen.


Natürlich gibt es eine Reihe an erprobten Vorlagen und Formeln, um überzeugende Texte zu verfassen. Aber die Botschaft muss dennoch immer auf dein Publikum, deine Marke und dein Angebot abgestimmt werden.


Um echte emotionale Reaktionen hervorzurufen, müssen Werbetexte nämlich ebenfalls menschlich sein und mit echten Emotionen wie Verbindung, Einfühlungsvermögen und Zugehörigkeit geschrieben werden.


Wir Menschen lassen uns in der Regel nur dann zum Handeln überzeugen, wenn individuell auf unsere spezifischen Bedürfnissen eingegangen wird, wir uns verstanden fühlen.


So ist es viel wahrscheinlicher, dass sich potentielle Kunden auch wirklich angesprochen fühlen.




7. Werbetexter ist Werbetexter


Hmm.


Und Anwalt ist Anwalt?


Gehst du zu einem Anwalt für Familienrecht, wenn du Streit mit deinem Vermieter hast?


Ich gebe zu, das Beispiel ist vielleicht ein bisschen weit hergeholt.

Aber es eignet sich hervorragend, um zu zeigen, dass Werbetexter nicht alle das Gleiche tun.


Schau.


Denn obwohl alle Anwälte einen juristischen Abschluss haben (sollten), würdest du doch einen Anwalt vorziehen, der tagtäglich dein Problem löst. Anstatt zu einem zu gehen, der das Fachgebiet zwar im Studium hatte und somit auch das Grundwissen, aber es seitdem nicht praktiziert hat.


Auch Werbetexter (also die meisten) spezialisieren sich auf Märkte und Medien.

Schießen uns auf Themen ein, die wir leidenschaftlich gern machen. Themengebiete, mit denen wir uns Tag für Tag auseinandersetzen, um uns in diesem Bereich noch mehr anzueignen und das Bestmögliche herauszuholen.


Nur so gewährleisten wir, dass wir dich in deinem Fall bestens vertreten können.








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