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Die About Page: Ein Sonntagnachmittag mit Kuscheldecke, Zimttee und gefüllten Lebkuchenherzen



Die Kunst ist es, deinen Leser*innen mit deiner About Page das Gefühl zu geben, sie säßen mit ihrem Lieblingsbuch auf dem Lesesessel und genießen die Unterhaltung, die sich aus den Zeilen ergibt.


Und das, obwohl sie am mit Notizzetteln vollgelegten Schreibtisch sitzen und unterm Po der harte Stuhl, auf dem man so unnatürlich gerade sitzt, wie bei der ersten Fahrstunde. In der letzten freien Tischecke eine Tasse mit kaltem Kaffee und eine Wasserflasche, die schon seit gestern nicht angerührt wurde.



Das klingt absurd und absurlut unmöglich.



Wenn ich allerdings der gleichen Meinung wäre, würde dieser Blogartikel an diesem Punkt enden. Und das wäre doch sicherlich genauso unbefriedigend wie eine leere Lebkuchenherzen-Tüte an einem Sonntag.



Also gibt es jetzt 4 warme Empfehlungen auf die Mütze, um deiner About Page etwas Gemütlichkeit einzuhauchen.





1. Setze auf Momentaufnahmen statt autobiographische Ausmaße



Ok, eine About Page, die dem Umfang von „Les Misérables“ ähnelt, ist mir noch nicht begegnet.


Es ist aber gar nicht so unwahrscheinlich, dass wir uns leicht dazu hinreißen lassen, unsere ganze Geschichte zu erzählen. Könnte schließlich alles interessant sein.


Aber auch relevant?


Anstatt einfach in der Zeit zurückzublättern, ins Jahr 1862, und unzählige Ereignisse auszurollen, kannst du zu dem einen entscheidenden Moment vorspulen, an dem deine eigentliche Geschichte begann. Die eine Situation, die dich bewegte, etwas in dir auslöste und dich zum Nachdenken brachte.


Lass deine Leser*innen an genau diesem treffenden Ausschnitt deines Lebens teilhaben. Geh genau hier ins Detail, liefere kleine, intensive Infos und ziehe sie damit ins Geschehen.




2. Lass sie zwischen den Zeilen lesen



Leser*innen im Web wollen die von ihnen gesuchten Informationen schnell greifen können.


Natürlich ist das ein Grund offensichtlich zu schreiben. Bei der Sales Page oder auf der Homepage auch völlig verständlich.


Die About Page bildet in meinen Augen aber eine Ausnahme. Sie besitzt Narrenfreiheit. Deine potentiellen Kund*innen wollen dich kennenlernen – ohne sich durch eine langweile Selbstbeschreibung zu kämpfen.


Unser Gehirn ist auf Effizienz gepolt: Es überspringt Informationen, die zu offensichtlich sind. Wacht im Gegenzug auf, wenn es ein wenig gefordert wird.


Warum tun wir unseren Leser*innen nicht den Gefallen und lassen sie zwischen den Zeilen lesen?


  • Anstatt zu schreiben, dass du kreativ bist, zeig es lieber, indem du mit der Sprache spielst, Überraschungseffekte einbaust oder mit inspirierenden Grafiken begeisterst

  • Hast du den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt, brauchst du nicht erwähnen, dass du mutig bist und mit dem Herzen denkst

  • Und auch Fun Facts oder klitzekleine persönliche Anekdoten sprechen für sich und dich





3. Versuche in Worte zu fassen, was unaussprechlich erscheint



Alles enthält etwas Unbekanntes, etwas Anderes, etwas Einzigartiges, das nur heraus gekitzelt werden muss. Wir müssen es nur so lange betrachten, bis es keinem anderen mehr ähnelt.


Dafür müssen wir uns aber von Klischees und typischen Assoziationen lösen, die uns beim Beschreiben von etwas sofort in den Sinn kommen.


Stattdessen sollten wir versuchen, es mit einem neuen Blick zu betrachten, gängige Ideen zu verwerfen und die Dinge direkt so zu beschreiben, wie sie sich uns darstellen.



Lust drauf?



Dann mach doch mal auf Jean-Paul Sartre wie in der Slideshow unten:


Geh raus, genieße die Herbstluft und schau dir einen Baum deiner Wahl an. Beobachte ihn ganz genau. Versuche ihn dann zu beschreiben – und dabei bewusst auf die baumtypischen und vertrauten Wörter und Sätze zu verzichten.


Nutze dafür all deine Sinne: Nimm Gerüche und Geräusche wahr, fühle die Rinde und taste die Blätter.



Das ist nicht nur eine grandiose Übung, um deinen Wortschatz zu erweitern und Assoziationen aus dem Ärmel zu schütteln, sondern auch um deiner About Page mehr Tiefe zu geben.



Der Ekel – Jean-Paul Sartre




Wenn du es ausprobierst und magst, schick mir ruhig deine Beschreibungen per Mail. Ich bin gespannt wie die Hängematte zwischen 2 Baumstämmen.





4. Schreib deine About Page gern mal für dich



Hä??

Yeah!


Um eine emotionale Verbindung zu deinen Wunschkund*innen herzustellen, die nachhaltig Bestand hat, musst du denken wie sie.


Und das ist gar nicht so schwer. Denn die meisten Menschen beschreiben jemanden, der genau so ist, wie sie es sind - oder es einmal waren. So ticken wir nämlich – Wir mögen Menschen, die so sind wie wir. Und genau mit denen wollen wir arbeiten.


Also müsste es doch funktionieren, auf deiner About Page für dich zu schreiben. Versuchs mal! Du musst dich dafür nur fragen:


  • Was hätte mein Interesse geweckt?

  • Was geht mir unter die Haut?

  • Welche Worte triggern mich?


Kennst du nicht auch den Life Coach, der vorher unglücklich in einer Festanstellung steckte und heute Menschen dabei unterstützen möchte, ihren verhassten Arbeitsplatz gegen eine erfüllende Unabhängigkeit zu tauschen?







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© 2020 SANDRA SCHWIETZER | FOTOS: CLAUDIA WEIDAUER