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Änderst du deine Sprache, änderst du deine Welt ... und die Wirkung deiner About Page



Ich habe noch ein einziges Buch aus Kindertagen im Regal.



Großmutters Märchenbuch.



Und genau das nahm ich vor gut zwei Wochen wieder zur Hand.

Das passiert immer mal wieder – von Zeit zu Zeit.


Das letzte Mal als ich darin gelesen habe, ist ganze neun Jahre her. (Damals brauchte ich es, um die Website meines ehemaligen Beauty Studios zu konzipieren – jede Unterseite spiegelte ein Märchen wider. Kreativ kann ich immer mal wieder – von Zeit zu Zeit..)


Aber diesmal las ich mit anderen Augen – mit denen einer Texterin. Und was soll ich sagen? Ich nahm die Zeilen anders wahr. Sie ergaben nicht nur eine Geschichte, sie bestanden aus teils wunderschönen Worten. Worte, die heute scheinbar in der Versenkung verschwunden sind.


Warum vernachlässigen wir den alten Wortschatz? Das frage ich mich in einem Moment.

Um neuen Worten in unserer Sprachkultur Raum zu geben, antworte ich mir selbst im nächsten Moment.



Das ist wohl der Lauf der Dinge.







Aber wenn sich Sprache stets weiterentwickelt, sind wir doch maßgeblich daran beteiligt?



Die Worte, die wir benutzen, formen unsere Weltanschauung, und unsere Weltanschauung bestimmt unser Handeln, das wiederum unsere Welt formt.


Das heißt, wenn wir unsere Sprache ändern, können wir auch unsere Welt ändern.


Die Welt, die wir unseren Leser:innen auch auf der About Page zugänglich machen wollen. Eine Welt, die sich nicht in langweilige Worte und negative Assoziationen hüllt.


Oder?



Fünf großartige Möglichkeiten, um eine interessante About Page mit frischer Sprache zu texten, sind in diesem Blogartikel untergebracht.



Frischauf!






1. Antiker Wortschatz



Um unserer Idee mehr Leben einzuhauchen und sie auf eine abstrakte, statt gewöhnliche Weise zu vermitteln, nutzen wir Metaphern und Umschreibungen.


Ich liebe bildliche Sprache. Aber es muss doch auch noch einen anderen Weg geben – der Abwechslung wegen? Es muss doch Möglichkeiten geben, die noch nicht ausgeschöpft sind?


Gibt es auch.


Mein Märchenbuch gab mir diesen Hinweis. Mein Wortschatz dankt es mir.


Es sind die zu Unrecht viel zu ungenutzten Wörter. Die, die im Keim erstickt und in der Versenkung begraben wurden.



Tolle Beispiele gibt es wahrlich:


  • Auf geht’s! → Frischauf!

  • anstößig → frivol

  • besonders gut → wohlfeil

  • Delikt → Malefiz

  • erstaunlich → putzwunderlich

  • ganz sicher → gewisslich

  • heitere Anekdote → Schnurre

  • liebreizend → holdselig

  • putzig → pudelnärrisch

  • zuerst → zuvörderst



Es muss ja nicht immer das Märchenbuch sein – Thesaurus tut’s auch.





2. Worte hinterfragen



Ich versuche, ausschließlich Worte zu nutzen, die nicht mit Rassismus oder Krieg in Verbindung gebracht werden können. Außerdem vermeide ich nach bestem Wissen und Gewissen Wörter, die negative Gefühle verstärken.


So zum Beispiel haftet der Stiefschwester seit Aschenputtel etwas Böses an.

Warum benennen wir sie nicht als unsere geschenkte Schwester oder Extra-Schwester?


Ein weiteres Beispiel: Whitelist und Blacklist. Wenn in der Whitelist „die Guten“ untergebracht sind und in der Blacklist „die Gefahr“ droht, hat es für mich schon etwas ethisch Inkorrektes. Warum kann man nicht Positivliste oder eben Sperrliste verwenden?



Klar, es funktioniert nicht immer. Aber allein der Fakt, dass wir darüber nachdenken, welche Worte wir teils bewusst, teils unbewusst im Alltag nutzen, macht uns schon achtsamer. (Worauf dann unsere Handlungen aufbauen.)




3. Aktive Sprache



Variiere deine Wortwahl und stimme deine Sprache fein ab. Denn ...



"Der Weg zur Hölle ist mit Adverbien gepflastert"


Der Meinung ist Stephen King. Und da hat er vollkommen Recht. Denn Adverbien erklären eine Handlung nur, anstatt sie zu zeigen.


Um aber Handlungen zu pimpen, ist es nunmal das einfachste, Adverbien in die Sätze zu packen.


Widerstehst du dem Ruf der Faulheit, setzt sie sparsam ein und tauscht sie gegen aussagekräftige Verben, wird nicht nur deine About Page aktiver – deine Leser:innen werden es möglicherweise auch.


Hier drei Beispiele dazu:


  • Sie flitzte statt schnell zu rennen

  • Er brüllte statt laut zu rufen

  • Wir plapperten statt uns hektisch zu unterhalten



Das ist doch einen Versuch wert, oder? Schließlich willst du doch deine Leser:innen nicht nur inspirieren, sondern auch motivieren.




4. Du



Es gibt da so einen klitzekleinen Kniff, mit dem du nicht nur Kundengespräche, sondern auch deine About Page griffiger und wertvoller machst.


Es sind ganze zwei Wörter, die deine About Page von Grund auf umkrempeln und nicht zu unterschätzen sind:


Du und wir.



Versuchst du, deine Ichs so weit es der Kontext zulässt durch du und wir zu ersetzen, stellst du nicht nur einen Identifikationspunkt her, sondern auch eine Verbindung.


Das ist schließlich der Sinn hinter deiner About Page: Du willst deinen Kopf aus dem Bildschirm strecken und sagen: "Ich bin bei dir und fühle mit dir.“ Du möchtest sie unterstützen und auch genau diese Intention rüberbringen.


Das funktioniert nicht mit 80 Prozent Ich-Anteil.





5. Gehaltvolle Aussagen



Mission Statements können in einem Satz deine ganze Geschäftsidee auf den Tisch packen.


Sie können aber auch absolut nichts sagen.


Das ist dann mission-statement-isch.


Altmodisches Marketing-Blabla ohne Aussage, die in einem modernen Kontext nichts mehr verloren haben.



„Wir erarbeiten effektive Lösungen für Ihre Bedürfnisse.“



Das ist ein optimales Beispiel für ein suboptimales Mission Statement.


Denn, wenn wir diesem Satz versuchen, eine Aussage zu entlocken, wird schnell klar, dass es keine gibt.


  • effektiv – das wird von Grund auf erwartet.

  • Lösungen schaffen – das ist der Grund für ein Business.

  • Bedürfnisse – nichtssagend und unpräzise. Welche genau?



Siehst du, was ich meine?








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© 2020 SANDRA SCHWIETZER | FOTOS: CLAUDIA WEIDAUER